22 Mai Hertie-Notizen Mai 2024
Liebe Leserinnen und Leser,
für die Gemeinnützige Hertie-Stiftung ist der Mai in diesem Jahr ein Wonnemonat im besten Sinn. Die Feier des 50-jährigen Bestehens ist von Dankbarkeit über das Geleistete geprägt, von Leidenschaft für die Werke der Stiftung und von Aufbruchstimmung am Beginn einer neuen Dekade. So feierte eine große Hertie-Familie ein beschwingtes Fest in heiterer Stimmung, mit klugen Gedanken und tollen Präsentationen aus den verschiedenen Fachbereichen und Projekten. Ein großes Dankeschön an alle, die diese Jubiläumsfeier ermöglicht und gestaltet haben!
André Schmitz, der Vorsitzende des Kuratoriums, verabschiedete Frank-Jürgen Weise und Bernd Knobloch, würdigte ihr erfolgreiches Wirken in der Stiftung über eine Dekade hindurch und ihre Verdienste um eine gute Entwicklung in den Fachbereichen während dieser Zeit. Langanhaltender Beifall drückte die Wertschätzung der Anwesenden für den bisherigen Vorsitzenden des Vorstands und seinen Vertreter aus. Auch an dieser Stelle wiederhole ich gerne meine Feststellung bei der Feier: „Sie haben sich um die Stiftung verdient gemacht.“
Für den neuen Vorstand kann ich sagen, dass wir in den ersten Wochen seit Anfang April zahlreiche Gespräche geführt haben und gute Einblicke in die Projekte, die Schwerpunkte bisheriger Stiftungsarbeit und die Verfahren und internen Prozesse erhalten haben. Wir treffen in der Stiftung auf hoch motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit ihnen wird der Aufbruch in eine neue Dekade gelingen.
Stiftungen schreiben – im besten Fall – keine Episoden. Sie wollen Pioniere sein und tun, was bislang noch nicht getan wurde. Sie sind Ausdruck des Selbstbewusstseins von Bürgerinnen und Bürgern in der Gesellschaft, die um die Kraft der Initiative wissen und Anfänge wie Aufbrüche wagen. Sie vermögen damit kulturell, politisch und sozial lange Linien zu ziehen. Dafür gibt es in der Geschichte der Hertie-Stiftung gute Beispiele. Und es gibt auch in dieser Zeit viel Potential in der Stiftung für Neues – für Pionierleistungen.
„Die Hertie-Stiftung fördert Spitzenforschung mit internationaler Ausstrahlung,
und sie weiß um die Würde eines jeden Menschen.“
Eine Stiftungsprofessur für angewandte Neuroethik am Hertie Zentrum für Neurologie in Tübingen, die der Vorstand anlässlich des Jubiläums beschlossen hat, ist ein Beispiel. Es wird die erste Professur dieser Art in Deutschland und Europa sein. Das wird die internationale Ausstrahlung des Zentrums weiter stärken.
Die Hertie-Stiftung fördert Spitzenforschung mit internationaler Ausstrahlung, und sie weiß um die Würde eines jeden Menschen, um den Wert von Empathie und ethischer Reflexion.
Damit ist eine Haltung beschrieben, die auch im Förderbereich „Demokratie stärken“ eine hohe Relevanz hat. Demokratie fällt nicht vom Himmel. Sie ist nicht die Angelegenheit der wenigen. Sie ist eine Aufgabe von allen. Demokratie zu stärken ist zeitlos bedeutsam – ein bleibender Auftrag. Der ist so anspruchsvoll, wie Demokratie und Freiheit eben sind. Jetzt gerade und in den nächsten Monaten und Jahren wird die Arbeit und die Fähigkeit zur Initiative einer wirksamen Stärkung der Demokratie so dringend wie nicht zuvor in den 50 Jahren seit der Gründung der Hertie-Stiftung.
Jugend debattiert, Jugend entscheidet sowie die Zusammenarbeit mit 140 Unternehmen im Kontext des Business Council for Democracy stehen beispielhaft für die Kraft zur Initiative.
Die Würdigung des Business Council durch den Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Dr. Rainer Dulger, und die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Yasmin Fahimi, ist eine schöne Bestätigung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie für die Hertie-Stiftung insgesamt.
Die neue Dekade in der Geschichte der Hertie-Stiftung hat begonnen. Möge es uns gelingen, auch jetzt wieder Aufbrüche zu wagen.
Ich wünsche Ihnen eine unterhaltsame Lektüre und grüße Sie herzlich.
Ihre Annette Schavan
Zum Newsletter im Mai: https://ta2821868.emailsys1a.net/mailing/173/7524991/17019540/2577/3821c1e1d2/index.html