26 März Hertie-Notizen März 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
die Eberhard Karls Universität in Tübingen bleibt Exzellenzuniversität! Mit sechs Exzellenzclustern hat sie eine herausragende Stellung in der Universitätslandschaft in Deutschland erreicht. Dazu gratuliert die Gemeinnützige Hertie-Stiftung sehr herzlich. Wir freuen uns sehr darüber, dass die Hertie Institute vor Ort an Exzellenzclustern beteiligt sind und damit auch am erfolgreichen Abschneiden der Universität Anteil haben. Unseren Teams vor Ort gratuliere ich dazu und danke ihnen für ihren hohen Einsatz in Forschung und Lehre.
In diesem Monat steht Europa im Fokus der Stiftung. Der erste Europa-Salon fand in Augsburg statt, ein hochkarätiges Panel diskutierte über verschiedene Aspekte der Europäischen Identität. Flankiert wurde der Abend von Workshops, in denen Jugendliche ihren Blick auf Europa thematisierten und visualisierten. Wir freuen uns schon auf die nächsten Salons in vier weiteren deutschen Städten.
Die Ausschreibung des Weimarer Kollegs, das im September beginnt, ist gemeinsam mit polnischen und französischen Partnern veröffentlicht. Wir sind davon überzeugt, Europa mit seiner großen Vielfalt der Sprachen, Mentalitäten, Kulturen und Landschaften hat viel Potential für die Zukunft. Die Erfolgsgeschichte der Europäischen Union ist ein großer Schatz – auch in Zukunft. Dazu wollen wir öffentliche Debatten mit Expertinnen und Experten führen und neue Impulse setzen.
Schließlich steht die Hertie School vor einem neuen Kapitel ihrer Entwicklung. Die School plant Kooperationen mit dem Bundesministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung und mit dem Freistaat Sachsen zu Themen der Handlungsfähigkeit des Staates. Der Umzug in das Robert Koch Forum am Ende des Jahres ist ein prominenter Meilenstein für die School und auch für das Berliner Büro der Stiftung. Neuer Leiter dieses Stiftungsbüros in Berlin ist Dr. Jan-Jonathan Bock. Ich wünsche ihm zu seiner neuen Aufgabe eine glückliche Hand und alles Gute.
Der Frühling zeigt sich zaghaft, Ostern und seine Botschaft von neuem Leben steht bevor. Ich wünsche Ihnen gute Frühlingserfahrungen und eine schöne Osterzeit.
Herzliche Grüße
Annette Schavan
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Interview
„Die Durchschnittsfrau gibt es nicht“
Prof. Dr. Birgit Derntl über geschlechtersensible Hirnforschung
Weimarer Kolleg
Bewerbungsstart für das Weimarer Kolleg
Europa steht vor wachsenden Herausforderungen. Deutschland, Frankreich und Polen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Deshalb haben die Gemeinnützige Hertie-Stiftung, das französische Institut Montaigne und die polnische Robert-Schuman-Stiftung das Weimarer Kolleg gegründet: ein neues, einjähriges Leadership-Programm für Führungskräfte aus den Ländern des Weimarer Dreiecks. In drei Präsenzmodulen kommen politiknahe Führungskräfte zwischen 35 und 45 Jahren in Berlin, Warschau und Paris zusammen, um die Zukunft ihrer Länder und Europas aktiv mitzugestalten. Bewerbungsfrist ist der 30. April 2026.
Silvia-Tennenbaum-Stipendium
Kurzfilm über Silvia Tennenbaum
Wer war Silvia Tennenbaum, die Namensgeberin unseres neuen Stipendiums und Writer‑in‑Residence‑Programms rund um die Themen Erinnerungskultur, Antisemitismus und Demokratie? Zur Veranschaulichung hat die Abteilung Kommunikation eine Graphic Novel erstellen lassen: In eindrücklichen Bildern erzählt der Animationsfilm von Tennenbaums außergewöhnlichem Leben und Wirken – und wie Erinnerung zu Verantwortung werden kann.
Hertie Institute for AI in Brain Health
Wenn KI den Verlauf von Krankheiten vorhersagen kann
Was kann KI in der Medizin und was nicht? Wie kann sie die Diagnostik und den Klinikalltag verändern? Kann sie sogar den Verlauf von Krankheiten vorhersagen? Darüber spricht Prof. Philipp Berens, Direktor des Hertie Institute for AI in Brain Health und Professor für Data Science an der Universität Tübingen, in dieser Folge des KI-Podcasts der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Wir in Europa
Salon-Auftakt in Augsburg
Zum Auftakt der fünfteiligen Europa‑Salon‑Reihe diskutierten die hochkarätigen Gäste unter dem Motto „Erinnern & Erreichen“, wie historische Verantwortung Orientierung für ein demokratisches und solidarisches Europa geben kann – und welche Impulse sich daraus für Gegenwart und Zukunft ableiten lassen. Auf dem Podium: Manfred Weber, Partei- und Fraktionsvorsitzender der EVP, die Publizistinnen Eva Menasse und Saba-Nur Cheema sowie Peter Müller, Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen. Moderiert wurde der Abend von der Autorin Nora Bossong. Die nächsten Salons finden in Bremen, Leipzig, Essen und Berlin statt.
Business Council for Democracy #BC4D
Online-Training für konstruktive Gespräche
Diskussionen zu immer mehr Sachthemen eskalieren rasant – oder verstummen ganz. Die Folge: Wir bleiben in unseren Blasen, reden nicht miteinander. Genau davon aber lebt die Demokratie: reden, zuhören und, wo nötig, Kompromisse finden. Und konstruktive Gesprächsführung kann man lernen – im neuen Web-based Training „Reden statt Streiten“. Das Selbstlernmodul des BC4D versorgt Sie mit konkreten Werkzeugen für den Alltag, zum Beispiel im Büro oder im Pausenraum.
Hertie Network
Sechs exzellente Standorte
Jugend debattiert
Podcast Streitcafé: Andere Meinung – falsche Seite?
Was passiert mit einer Demokratie, wenn Debatten aus Angst vor Empörung oder Ausgrenzung verstummen? Darüber spricht Jugend debattiert-Leiter Dr. Jan‑Jonathan Bock mit dem ehemaligen Tagesschau-Sprecher Constantin Schreiber. Es geht um Shitstorms, Selbstzensur und die Frage, warum Themen wie Islam, Migration oder Israel oft nur noch zugespitzt oder gar nicht mehr diskutiert werden. Schreiber plädiert für eine neue Furchtlosigkeit im öffentlichen Gespräch: Inhalte offen verhandeln – bei klaren Grenzen in der Form.