in memoriam Eberhard Schockenhoff

Im Rahmen der Salzburger Hochschulwochen, am 2. August 2017, hielt ich auf Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff eine Laudatio, die ich anlässlich seines Todes hier nun dokumentiere:

Eine Öffentlichkeit herzustellen für Botschaften, die nicht ohnehin schon alle sagen, ist anspruchsvoll. Auf Verengungsgeschichten hinzuweisen, die durch öffentliche Debatten geschrieben werden, vermögen nur wenige. Und die, die es könnten, tun es oft nicht, weil sie sich nicht so gerne dem argumentativen Trend entgegenstellen. Eberhard Schockenhoff gehört zu jenen, die es können und auch regelmäßig tun – in die kirchliche und gesellschaftliche Öffentlichkeit hinein. Es passt also gut, ihm den Preis für sein theologisches Lebenswerk in einem Jahr zu verleihen, in dem sich die Salzburger Hochschulwochen dem Thema ÖFFENTLICHKEITEN widmen. Es ist mir eine Freude und Ehre, dazu die Laudatio zu halten.

I.
Das Zweite Vatikanische Konzil hat die Christen zu einer besonderen Aufmerksamkeit für die Zeichen der Zeit aufgerufen und zu einem sensiblen Umgang mit dem Wandel, der darin deutlich wird. Christen stehen vor der anspruchsvollen Aufgabe, Werte und Grundhaltungen, für die sie als glaubende Menschen stehen, vor einer sich stetig wandelnden Wirklichkeit zu verantworten. Woran sie glauben, wirft ein Licht auf die Deutung dieser Wirklichkeit und prägt ihre Identität als Christen.
Wenn wir die Zeit seit dem Ende des Konzils vor 52 Jahren Revue passieren lassen, dann ist sie bestimmt von einem umfassenden wissenschaftlich- technischen Fortschritt einerseits und einer Vielzahl von Tendenzen der Globalisierung andererseits. Dem Menschen sind im großen Ausmaß Gestaltungsmöglichkeiten individuellen und gesellschaftlichen Lebens und auch Eingriffe in menschliches Leben gegeben, die ihn gleichsam zum Choreographen seines Lebens werden lassen. (1) Die Zeichen der Zeit von damals wirken geradezu harmlos gegenüber den Transformationsprozessen, die wir heute erleben. Das macht das Wirken von Theologen wie Eberhard Schockenhoff so interessant und anspruchsvoll wie selten zuvor in der Geschichte. Wie wenige andere hat er die damit verbundenen Aufgaben angenommen, Klärung und Aufklärung zu leisten, Verbindungen zwischen Ethik und Ethos herzustellen und einer breiten Öffentlichkeit Rechenschaft zu geben über das, was aus christlicher Perspektive nicht übersehen werden darf, wenn wir verantwortungsbewusst entscheiden und handeln wollen.

Das klingt ziemlich anders als das Verständnis der Moraltheologie in der Tradition, das darauf ausgerichtet war, die Beichtväter zu befähigen, „die Kunst der Seelenführung in einer Mischung von doktrinärer Zuverlässigkeit und pastoraler Milde auszuüben“ (2). Als der junge Doktorand Schockenhoff im Tübinger Theologenstift dem damaligen Nuntius vorgestellt wurde, sagte der ihm dann auch, der Tradition entsprechend, er möge für die Priesteramtskandidaten eine solide Moraltheologie lehren, „damit diese die Gläubigen in rechter Weise instruieren können, wie sie leben sollen“ (3). An die Stelle der Instruktion trat nach dem Konzil die Kunst, die Gläubigen zu sensibilisieren, aus eigenem Nachdenken und daraus erwachsener Einsicht ihres Gewissens zu einer verantwortlichen Lebensführung zu kommen. So verstandene Moraltheologie „will eine nur traditionell vermittelte, durch die selbstverständliche Teilnahme am kirchlichen Leben eingeübte Sittlichkeit, die der Konfrontation mit säkularen Gegen-Welten und ihren Lebenswelten meist nicht lange stand hält, durch ein personal angeeignetes praktisches Handlungswissen aus selbstständiger Urteilskompetenz ersetzen“ (4).

Eberhard Schockhoff ist ein Moraltheologe, der bei Klaus Demmer in Rom studiert hat und bei Alfons Auer in Tübingen promoviert wurde. Zuvor war er Assistent bei Walter Kasper, ebenfalls in Tübingen. Dort wurde ihm 1989 seine Habilitation anerkannt. Seine Lehrer stehen in der Moraltheologie und in der Dogmatik für die Aufgaben der Transformation von grundlegenden Erkenntnissen und Beschlüssen des Zweiten Vatikanischen Konzils. Die Aufgabe der Moraltheologie besteht in ihrem Verständnis darin, die Autonomie der Gläubigen und ihre Fähigkeit zur Gewissenhaftigkeit im Kontext eines christlichen Lebens zu sehen. (5) Darüber, wie die Verbindung von Glaube und christlicher Ethik zu verstehen ist, beginnen nach dem Konzil heftige Debatten. Sie sind mir aus dem Studium noch gut in Erinnerung, vor allem als Auseinandersetzung zwischen einer autonomen Moral im christlichen Kontext und dem Konzept einer Glaubensethik. Es sprengt den Rahmen dieser Laudatio, den Konflikt im Einzelnen nachzeichnen zu wollen. Am ehesten hilft zum Verständnis der damaligen Debatte der Hinweis auf die mit dem Wirken von Karl Rahner verbundene anthropologische Wende in der Theologie. Sie prägt fortan auch das Verständnis der Moraltheologie. Sie geht von dem zur Freiheit berufenen und zur Gewissenhaftigkeit befähigten Menschen aus, der zugleich ein „Adressat der göttlichen Offenbarung ist“ (6). Schockenhoff schlägt eine Brücke zwischen der autonomen Moral und der Glaubensethik, indem er deutlich macht, dass jede christliche Ethik insofern eine autonome Moral ist, als sie „das moralische Einsichtsvermögen ihrer Adressaten voraussetzt und das Ziel verfolgt, dass diese sich der moralischen Forderung aus freiem Gehorsam und vernünftiger Einsicht unterwerfen“ (7). Zugleich stellt sich dem glaubenden Menschen die Aufgabe, der ethischen Botschaft Jesu, die im Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe mündet, in seinem Entscheiden und Handeln Raum zu geben. Daraus ergibt sich für Schockenhoff die komplementäre Aussage. „Jede christliche Ethik ist in einem noch näher zu bestimmenden Sinn Glaubensethik oder sie ist nicht christliche Ethik.“ (8). Die Frage ist dann nicht, wieviel Glaube steckt in dieser oder jener Entscheidung. Schockenhoff plädiert für eine Tugendethik, die „die spezifisch christlichen Grundvollzüge des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe als die eigentliche Mitte des moralischen Lebens der Christen“ (9) herausstellt. Eine wichtige intellektuelle Grundhaltung der Christen besteht dann auch darin, den zeitgenössischen kulturellen Vorstellungen von menschlichem Gelingen und Glück gegenüber jenes biblische Verständnis von Glück zu profilieren, das in den Seligpreisungen Jesu sichtbar wird. So machen sich Christen nicht gleich mit der Kultur ihrer Zeit, bleiben aber aufmerksam für das Wahre und Gute, das in der Kultur steckt. Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe der Christen, die ihnen niemand, auch nicht das Lehramt der Kirche abnehmen kann. Für dieses Lehramt gilt, was Papst Franziskus in Amoris Laetitia schreibt: „Wir sind berufen, die Gewissen zu bilden, nicht aber dazu, den Anspruch zu erheben, sie zu ersetzen.“ (10). Anspruchsvoll ist diese Überzeugung nicht nur für uns Christen, sondern auch für die Kirche und ihr Verständnis vom Lehramt, wie manche aktuelle Debatte in Rom zeigt.

 

II.

Eberhard Schockenhoff nennt drei Kriterien, die zum Ethos der Moraltheologie gehören: Wissenschaftlichkeit, Kirchlichkeit und das Ethos einer kritischen Zeitgenossenschaft. (11)

Die Wissenschaftlichkeit ergibt sich aus der Verankerung der Moraltheologie im Haus der Wissenschaft. Die Standards des wissenschaftlichen Arbeitens sind zwingend zur Akzeptanz der Theologie insgesamt. Sie sind es ebenso in den öffentlichen Debatten, an denen Schockenhoff seit Jahrzehnten ein hoch angesehener und gefragter Gesprächspartner ist. Er war lange Jahre Mitglied des Deutschen Ethikrates und hat sich in zahlreichen öffentlichen Debatten als die Stimme der Moraltheologie erwiesen. Das gilt für seine Stellungnahmen zu bioethischen Fragen ebenso wie zu jenen zu Ehe und Familie und viele sozialethische Themen.

Der Wert der Kirchlichkeit besteht für Schockenhoff darin, dass der „Rückbezug auf den gemeinsamen Glauben der Kirche ein tragfähiges Fundament“ (12) ist. Dieses Fundament empfindet er nicht als Einschränkung. Es ermöglicht neue Perspektiven, auch gegenüber jenem vorübergehenden Zeitgeist, der sich von den Zeichen der Zeit unterscheidet. Er versteht seine Aufgabe als Lehrer der Moraltheologie im Dienst von Wissenschaft, Kirche und Gesellschaft als ein öffentliches Amt. Gerade jetzt im Pontifikat von Papst Franziskus, wird deutlich, wie die Theologen mit ihrer wissenschaftlichen Kompetenz zu Reformen in der Kirche beitragen und Wege in die Zukunft weisen können. (13)

Der Dienst, den die Wissenschaft der Kirche gegenüber leisten kann, wird in dem Satz von Kardinal Karl Lehmann deutlich, wenn er schreibt: „Der Glaube braucht das Denken, um sich treu zu bleiben.“ (14) Schockenhoff weist darüber hinaus darauf hin, dass zum Dienst der Moraltheologie auch gehöre, „sich dem Totschweigen ungelöster Probleme“ (15) entgegenzustellen.

Das Ethos der kritischen Zeitgenossenschaft ist die grundlegende Erwartung des Zweiten Vatikanischen Konzils. In der Pastoralkonstitution heißt es dazu, die Kirche und die Gläubigen seien verpflichtet, „nach den Zeiten der Zeit zu forschen und sie im Licht des Evangeliums zu deuten“ (16). Damit ist der Auftrag der Kirche beschrieben, lehrende und lernende Kirche zu sein. Die Konzilsväter greifen damit auf eine biblische Kategorie zurück. Im Lukasevangelium heißt es: „Sobald ihr im Westen Wolken aufsteigen seht, sagt ihr: Es gibt Regen. Und es kommt so. Und wenn der Südwind weht, dann sagt ihr: Es wird heiß. Und es trifft ein. Ihr Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr deuten. Warum könnt ihr dann die Zeichen dieser Zeit nicht deuten? Warum findet ihr nicht schon von selbst das rechte Urteil?“ (Lk 12,54-57). Das Konzil hat diese biblische Kategorie neu erschlossen. (17)

Sie hat für ihre Verbindung zur Welt für wichtig gehalten, dass die Lehren der Kirche und das Leben der Menschen in einen sich wechselseitig erschließenden Zusammenhang treten. Schockenhoff sagt es so: „Immer setzt die Liebe zur Kirche die Solidarität mit den jetzt lebenden Gläubigen voraus, um sie in dem Versuch zu bestärken, unter der Bedingungen der jeweiligen Gegenwart ein glaubwürdiges Christsein zu leben.“ (18)

Von dieser Liebe zur Kirche ist sein Wirken geprägt. Er ist ein Priester seiner Kirche, der davon überzeugt ist, dass er ihr dient, indem er eine kritische Zeitgenossenschaft leistet, die aufmerksam den Wandel zu verstehen sucht und im Licht des Evangeliums deutet. Die Kirche hat es bekanntlich den Moraltheologen seiner Generation nicht leicht gemacht. Sie hat sich manches Mal selbst vor dem Öffnen der Fenster gefürchtet, zu dem Johannes XXIII. die Konzilsväter aufgerufen hatte. Schockenhoff hat auch in solchen schwierigen Zeiten zu seiner Kirche gestanden. Er ist mit Leidenschaft Priester. Eucharistie und Predigt gehören für ihn unabdingbar zu seinem Leben als Wissenschaftler. Seine gesamte akademische Laufbahn hindurch ist er fest mit einer Gemeinde verbunden und in ihr verwurzelt. Seine Treue zur Kirche ist beispielhaft. Gleiches gilt für seinen Dienst am Gemeinwesen. Er tritt als Priester und hoch anerkannter Wissenschaftler in öffentlichen Debatten auf. Sein Wort hat Gewicht, auch deshalb, weil es klärend wirkt ohne jeden Hauch von Ideologie und weil er auch dann fair bleibt, wenn ihm unfair begegnet wird. Seine ruhige und zugleich entscheidende Leidenschaft in der Sache haben die Mitglieder des Ethikrates ebenso geschätzt, wie viele Politikerinnen und Politiker es tun, die um seinen Rat und seine Klärung in schwierigen ethischen und zugleich politisch relevanten Fragen bitten.

Eberhard Schockenhoff ist längst eine anerkannte Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, ein politischer Mensch im besten Sinn. Er vermag Brücken zu bauen, wo unversöhnliche Positionen aufeinander stoßen. Er besteht auf Klärung, wo Unklarheit als Stilmittel eingesetzt wird. Er ist intellektuell unbestechlich.

 

III.

Der gleichsam rote Faden in den Schriften von Eberhard Schockenhoff ist das „Dauerthema der Theologie“ nach dem Verhältnis von „Gottes Handeln am Menschen und dessen Selbstbehauptung als autonomes Subjekt“ (19). Er weiß um die Schwierigkeiten der Kirche, ihre Botschaft in einer Kultur zu vermitteln, die die Freiheit als einen zentralen Wert betrachtet. Er fügt einem ausschließlich auf Freiheit bezogenen Ethos die Grundwerte des Christentums hinzu, zu denen neben der Freiheit auch Wahrheit und Liebe gehören. (20) Er beschreibt die Logik des Betens als „Einübung in die Gemeinschaft mit ihm; es richtet sich nicht zuerst darauf etwas zu verlangen, sondern schon jetzt dem Gott zu begegnen, in dessen unverlierbarer Gemeinschaft nach der Hoffnung des Glaubens das Heil jedes Menschen liegt“ (21). In diesem letzten Kapitel des Buches über die „Erlöste Freiheit“ zum Beten des Christen wird auf eindrucksvolle Weise die persönliche Frömmigkeit des Christen Eberhard Schockenhoff sichtbar.

Das Spektrum ethisch relevanter Fragen, mit denen er sich beschäftigt hat, ist breit. Auch deshalb gehört er in Deutschland zu den meist gefragten Beratern von Parlament und Regierung. Er ist übrigens auch ein gutes Beispiel dafür, wie abwegig die Vorstellung ist, die wir bis in die jüngste Zeit hinein hören, wonach die Kirche und die Theologie sich aus politischen Debatten heraushalten sollen. Kirche und Theologie können helfen, Sprachlosigkeit zu überwinden und die allgemeine Akzeptanz von Verengungsgeschichten zu durchbrechen. Papst Franziskus ist ein gutes Beispiel dafür und er ermutigt die Kirche, ihre eigenen Verengungsgeschichten zu überwinden.

Eberhard Schockenhoff ist ein herausragender, international anerkannter Wissenschaftler und ein ebenso respektierter und geschätzter Lehrer. Wissenschaft bedeutet für ihn nicht, sich in Gedanken zu verlieren; seine akademische Arbeit hat immer einen Adressaten. Er hat grundlegende theologische Werke geschrieben: Wie gewiss ist das Gewissen? Eine ethische Orientierung (2003), Theologie der Freiheit (2007), Grundlegung der Ethik. Ein theologischer Entwurf (2007), Erlöste Freiheit. Worauf es im Christentum ankommt (2012), Die Bergpredigt. Aufruf zum Christsein (2014).

 

IV.

Gestatten Sie mir eine persönliche Bemerkung zum Abschluss: Als ich mich vor drei Jahren bei meinem Umzug nach Rom entschied, nur wenige Bücher aus Deutschland mitzunehmen, da waren die genannten Werke von Schockenhoff alle dabei. Ich dachte wohl, dass ich damit in Rom gut ausgestattet und gleichsam „gerüstet“ sei. Besonders beschäftigt hat mich sein Buch über die Bergpredigt, das gerade erschienen war. Er beschreibt darin die Unterscheidung zwischen der „Radikalität des jesuanischen Ethos von moralischem Rigorismus und übermenschlichem Heroismus“ (22). Sie liegt, so Schockenhoff, in der Barmherzigkeit Jesu begründet. Gott zu lieben sei ohne barmherziges Verhalten zum Menschen unmöglich. „Wer einem moralischen Rigorismus huldigt, neigt dazu, das Schicksal konkreter Menschen, die an diesen steilen moralischen Ansprüchen gescheitert sind, aus dem Auge zu verlieren. Wer aber ungeteilt in der Nachfolge Jesu zu leben versucht, der lebt aus der unbedingten Liebe Gottes, die sich allen Menschen voll Erbarmen zugewandt hat. Er kann deshalb mit seinen Nächsten und auch mit sich selbst barmherzig sein, ohne seine moralischen Ideale zu verraten.“ (23). Dieses Buch gibt auch viele Impulse zum Verständnis des Pontifikates von Papst Franziskus. Eberhard Schockenhoff ist ein von der europäischen Theologie geprägter Wissenschaftler, der der europäischen Academia hilft, das Pontifikat eines Papstes zu verstehen, der nach seinen eigenen Worten „vom anderen Ende der Welt“ kommt. Franziskus analysiert Europa mit einem neuen hermeneutischen Schlüssel. Das provoziert die Europäer und auch die Theologie. Für sie beginnen interessante Zeiten. Jemand wie Schockenhoff wird in den nächsten Jahren der Theologie helfen können, neue Wege zu gehen. Die Zeiten, in denen theologische Fakultäten primär für die Ausbildung kirchlicher Berufe zuständig waren, gehen dem Ende zu. Diese Aufgabe bleibt selbstverständlich. Neue Aufgaben sind aber bereits deutlich erkennbar. Sie haben mit dem Auftrag zu Bildung und gesellschaftlicher Gestaltung der Universitäten zu tun. Es gibt viel Klärungsbedarf in der Kirche und in den Gesellschaften unserer Tage, zu dem die Theologie viel beitragen kann. Das gilt ganz besonders da, wo um Würde gerungen wird. Die Verengungsgeschichten beginnen ja bekanntlich da, wo die Würde von Menschen nur noch Teil unserer Theorien ist.

Schließlich begleitet Eberhard Schockenhoff als Präsident des Katholischen Akademischen Austauschdienstes Studierende aus aller Welt auf ihren Wegen und erlebt deren Debatten, erfährt von ihren Hoffnungen und Zukunftsplänen. Diese junge Generation wird bald weltweit Verantwortung tragen. Dann wird sie sich erinnern an gute Erfahrungen eines überzeugenden Menschen, der sie als Priester und Wissenschaftler begleitet hat.

Ich freue mich sehr, dass die Salzburger Hochschulwochen Ihnen, lieber Herr Professor Schockenhoff, den Preis für ihr theologisches Lebenswerk verleihen. Herzlichen Glückwunsch dazu!

 

Fußnoten:

1 Michio Kaku, Zukunftsvisionen: Wie Wissenschaft und Technik des 21. Jahrhunderts unser Leben revolutionieren, München 2000.
2 Eberhard Schockenhoff, Vom Ethos der Moraltheologie, in: Jochen Sautermeister (Hg), Verantwortung und Integrität heute. Theologische Ethik unter dem Anspruch der Redlichkeit (FS Konrad Hilpert), Freiburg i. Br. 2013, 54-69, hier: 56.
3 Ebd.
4 a.a.O. 57.
5 Vgl. dazu: Alfons Auer, Autonome Moral und christlicher Glaube, Düsseldorf 1971.
6 Eberhard Schockenhoff, Grundlegung der Ethik. Ein theologischer Entwurf, Freiburg i. Br. 2007, 22.
7 a.a.O. 23.
8 a.a.O. 24f.
9 a.a.O. 27.
10 Amoris Laetitia, Nr.37.
11 Vgl. dazu: Eberhard Schockenhoff, Vom Ethos der Moraltheologie.
12 Ethos der Moraltheologie, 61.
13 Ein Beispiel hierfür ist das Apostolische Schreiben Amoris Laetitia. Über die Liebe in der Familie.
14 Kardinal Karl Lehmann, Der „intellectus fidei“. Den Glaubend denkend verantworten, in: Helmut Hoping (Hg.), Universität ohne Gott? Theologie im Haus der Wissenschaften, Freiburg/Basel/Wien 2007, 44.
15 Ethos der Moraltheologie, 65.
16 Gaudium et spes. Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute, Nr.4.
17 Vgl. dazu die Dokumentation der Salzburger Hochschulwochen 1997: Heinrich Schmidinger, Zeichen der Zeit, Erkennen und Handeln, Wien 1998.
18 Ethos der Moraltheologie, 67f.
19 Eberhard Schockenhoff, Erlöste Freiheit. Worauf es im Christentum ankommt, Freiburg i. Br. 2012, 18.
20 Vgl. dazu seine Ausführungen in: Erlöste Freiheit.
21 Erlöste Freiheit, 137.
22 Eberhard Schockenhoff, Die Bergpredigt. Aufruf zum Christsein, Freiburg i. Br. 2014.
23 a.a.O., 123.

Bild: Hans-Christian Gruber