HEILIGE ZEITEN: DAS PFINGSTFEST

„Die Kirche hat am Pfingsttag begonnen. An diesem Tag hat sie sich für kulturelle Vielfalt entschieden.“

eses Wort von Papst Franziskus weist auf eine Stärke der Weltkirche hin, die uns am Pfingstfest bewusst werden kann: Die Kirche ist auf den 5 Kontinenten präsent, und sie ist kulturell vielfältig.

Die Apostelgeschichte berichtet, dass viele aus der Stadt wegen eines Sturms zusammenkommen seien. Sie machen dann eine überwältigende Erfahrung: Jede und jeder spricht in der je eigenen Sprache und alle verstehen einander. Das hat es noch nie gegeben. Da bricht eine neue Zeit an, die das Ende aller Uniformität bedeutet.

So ist das seit 2000 Jahren: Es sprechen nicht alle die gleiche Sprache. Es setzen nicht alle die gleichen Prioritäten. Es sind in der Geschichte der Weltkirche immer wieder neue Wege gegangen und neue geistliche Traditionen begründet worden. Immer beginnt das Neue damit, dass Menschen sich bewegen lassen, weil sie den Reichtum der Tradition so gut kennen, dass sie Vielfalt und Neues wagen können. Kulturelle Vielfalt gehört zum Fundament der Kirche, das deshalb auch fest verankert bleibt in den Stürmen der Jahrhunderte.

Jetzt ist wieder so eine Zeit, in der wir spüren, in einer Zeitenwende zu leben, die uns umtreibt und stürmisch wirkt. Es ist eine Zeit, in der möglichst bald an die Stelle wachsender Empörungsrhetorik in Gesellschaft und Kirche die Kraft einer gelassenen Zukunftsorientierung wirksam werden sollte, die unsere Prioritäten auf ihre Tragfähigkeit hin prüft und dem pfingstlichen Geist traut, der Neues schafft.

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